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Pulau Tioman

Unter den Reise-Experten Südostasiens sind sich sehr viele einig: Pulau Tioman in Malaysia reiht sich ein unter den schönsten Inseln auf dem Globus. Einer der Gründe für die Popularität dieses tropischen Eilands ist die akzeptable Infrastruktur und die Nähe zu Singapur. Mit der Schnellfähre oder einem etwas langsameren Boot ist Tioman mühelos vom Stadtstaat zu erreichen, und wer nach der kurzen Fahrt den Fuß in den Sand der Insel setzt, ist begeistert von der landschaftlichen Vielfalt. Tioman ist keineswegs flach wie eine Flunder sondern mit vielen Hügeln und Bergen gesegnet. Durch den dichten Dschungel führen etliche Pfade zu Wasserfällen und verschwiegenen Dörfern. Die Pfade ersetzen fast überall die Straßen – auch das macht Tioman so reizvoll.

Ein Flughafen – aber nur eine Straße

Tioman ist 39 Kilometer lang und 18 Kilometer breit, und wer die Insel zu Fuß erkundet, der trifft unterwegs immer wieder auf Leguane, von denen es hier sehr viele gibt. Fünfzig Kilometer sind es von dort bis zur malaiischen Halbinsel, und die einzige Straße auf Tioman wird kaum befahren. Wer nicht auf dem Wasserweg kommt, der kann sich der Maschinen der Berjaya Air bedienen und auf dem kleinen Flughafen von Tioman landen. Es sei denn, dieser ist mal wieder geschlossen. Sehr viel aufregender ist allerdings die Fahrt mit einem Boot – vorbei an zahlreichen unbewohnten Inselchen. Wer sich seinem Ziel nähert, gewahrt zunächst einen Berg – den Gunung Kajang mit seinem tausend Meter hohen Gipfel. Er überragt das grüne Meer des Regenwaldes.

Pulau Tioman

Pulau Tioman ©iStockphoto/Try Media

Unterkünfte bei einheimischen Fischern

Dies ist ein paradiesischer Flecken im türkis-blauen Meer. Mit etlichen kleinen Dörfern, von denen die Besucher überzeugt sind, dass dort die Uhren eines Tages einfach mal stehen geblieben sind. Die Idylle und Ursprünglichkeit dieser abgeschiedenen Region sind die Trumpfkarten von Tioman. Die Insel hat ihren Charme bewahrt und ließ sich durch den aufkeimenden Tourismus nicht verbiegen. Viele Urlauber bevorzugen es auf Pulau Tioman, in den hölzernen Bungalows der Einheimischen zu übernachten. Der Familienanschluss ist garantiert, und die Gastfreundschaft der Bewohner ist sprichwörtlich. In Ayer Batang vermieten einstige Fischer ihre heimeligen Unterkünfte. Auf die Einnahmen sind sie dringend angewiesen, seitdem die Regierung das Meer um Tioman zu einem „Marine Park“ erklärte und den Fischfang verbot.

Die Legende von der Drachenkönigin

Vor rund tausend Jahren wurde Tioman von Seefahrern aus China und aus den arabischen Ländern entdeckt. Hier lagerten die Fregatten, tankten in den Buchten frisches Wasser und erwarben von den Einheimischen Lebensmittel. So manches Schiff ging in dieser Zeit in den flachen Gewässern zu Bruch, und etliche aufmerksame Urlauber entdeckten bei den Strandwanderungen im Sand Bruchstücke des chinesischen Porzellans aus der Zeit der Ming-Dynastie. Britische und japanische Truppen gaben sich in Zweiten Weltkrieg vor Tioman ein Stelldichein, doch die Menschen der Insel reichen von Generation zu Generation die Legende einer Drachenkönigin weiter, die sich der Überlieferung zufolge auf dem Weg von China nach Singapur befand und sich während einer Pause unsterblich in diese Insel verliebte. Sie allein soll es gewesen sein, die dieser Insel die paradiesische Pracht verlieh.

Vom Meer weht häufig ein frischer Wind

Wer der Seele dieser Insel sehr nahe kommen möchte, der sollte sich dort auf eine Wanderung begeben. Dabei geht es zum Beispiel über die grünen Hügel von Tekek nach Juara, wo es einige fotogene Wasserfälle zu bestaunen gibt. Für seine Mühen belohnt wird der Wanderer dort bei einem erfrischenden Bad im Meer. Nicht einmal fünfhundert Menschen wohnen dauerhaft auf Tioman. Viele von ihnen im Hauptort Kampung Tekek. Auf den Landkarten Malaysias wird dem „Tioman“ das „Pulau“ vorangestellt, was jedoch in der Sprache der Einheimischen nicht mehr bedeutet als „Insel“. Vom Meer weht meist ein kühler Wind ins Landesinnere, was den Aufenthalt besonders angenehm macht. Während der Zeit des Monsuns, zwischen November und Februar, sollte man sich eine Reise nach Tioman versagen, denn dann ist das Meer unruhig und viele Restaurants und Gasthäuser sind geschlossen. Zwischen April und September ist dies aber mehr als nur ein Geheimtipp für Menschen, die die Stille genießen und Massentourismus verabscheuen.

Ein Riff und eine bunte Unterwasserwelt

Um das verschlafene Fischerdorf Mukut im Süden der Insel anzusteuern, muss man die Bluewater Ferry bei Genting verlassen und sich eines Wassertaxis für die Weiterfahrt bedienen. Der Asah-Wasserfall und die malerischen Felsformationen am Strand sind die Highlights des kleinen Ortes. Hier gibt es ein paar Hotels und Ausrüstungen für Taucher, die vor der Küste an einem Korallenriff eine bunte Unterwasserwelt erwarten dürfen. Auch in Nipah mit seinem fünfhundert Meter langen paradiesischen Strand hält keine Fähre. Speedboote verbinden den Ort mit der Außenwelt. Die meisten Touristen zieht es nach Genting, wo sich die Infrastruktur sehen lassen kann und wo sich einige gute Restaurants und Hotels etabliert haben. Dies ist ein wichtiger Haltepunkt der Fähre von Singapur.

Vor dem Strand ein Eldorado für Schnorchler

Bei Familien mit ihren Kindern ist der Ort Paya überaus beliebt. Auch hier gibt es ein paar kleinere Hotels und weitläufige Resorts mit idyllisch gelegenen Chalets. Bei einem Badetag am fünfhundert Meter langen Sandstrand ist die gegenüber liegende Insel Tomok Island nicht zu übersehen. Die Korallenriffe sind insbesondere für Schnorchler ein Eldorado und der Blick zum Gunung Kajang ist spektakulär. Ein Shuttle-Service verbindet die Orte Tekek und Lalang, wo sich an der Berjaya Beach ein modernes Resort ausgebreitet hat. Vor der Insel Pulau Rengis präsentiert sich ein interessantes Revier für Taucher. Allein der Hauptort Tekek gibt sich ein wenig städtisch. Hier finden Urlauber eine Bank sowie ein paar Shops, und auf den Straßen begegnet dem ansonsten die Stille gemieteten Urlauber hin und wieder sogar ein Automobil.

Eine Aufzuchtstation für Schildkröten

Juara, im nördlichen Abschnitt Tiomans, ist eine zwei Kilometer lange Doppelbucht, die sich Barook nennt. Die wenigen lokalen Restaurants erfreuen sich eines sehr guten Rufs und die Holzhäuser des „Village“ ducken sich quasi vor dem Hintergrund des immergrünen Regenwaldes. Um ins benachbarte Mentawak mit seinem nie überlaufenen Südstrand zu gelangen, muss man einen Felsvorsprung überwinden. Hier ist eine kleine Aufzuchtstation für Schildkröten die eigentliche Attraktion. Wer ein Kanu mieten oder sich mit einem Surfbrett versuchen möchte, der kann dies in Mentawak tun. Am Strand finden sich Volleyballnetze und Hängematten. Ein populärer Spot für Surfer findet sich bei den Beach-Shack Chalets am südlichen Strand. Dort verleihen der australische Surf-Pionier Tim und seine malayische Frau Izan alles, was Urlauber benötigen, die sich auf einem Brett auf den Wogen des südchinesischen Meeres besonders wohl fühlen.

Eine üppige Flora und Fauna

Tioman hat viele Gesichter und eine üppige Flora und Fauna. Die Natur ist die Heimat von Waranen, Rotwild und natürlich von Affen. Einige der interessanten Granitformationen eignen sich für Outdoor-Freaks sogar zu Klettertouren an den steilen Felswänden des Gunung Nenek Semukut. Die Wanderwege auf der Insel sind ebenso schön wie schwierig und steil. Wer sie meistern will, sollte sich ausreichend mit Trinkwasser versorgen, denn unter dem grünen Dach des Regenwaldes kann es an manchen Tagen sehr stickig sein. Es sind Touren durch eine wilde Natur mit Kletterpflanzen und Lianen an den Bäumen, mit Schlangen und Eidechsen. Wer eine Abwechslung vom Bade- und Wanderleben wünscht, der kann sich zum Golf-Course im Berjaya-Resort begeben. Kenner dieses Sports sind dort fasziniert von der Nähe des Dschungels und von den perfekten Löchern. Allerdings kann es schon mal passieren, dass sich einer der vielen Affen eines Golfballes bemächtigt…

Zur „Happy Our“ in einer Bar am Strand

Backpacker lieben diese Insel auch wegen der günstigen Übernachtungskosten in den Resorts und in den privaten Destinationen. Allerdings haben sich inzwischen einige Restaurants dem Preisniveau des malaysischen Festlandes angepasst. Da Tioman eine Freihandelszone ist, sind alkoholische und nichtalkoholische Getränke dort recht billig zu haben. Und wer seinem einheimischen Gastgeber eine Freude bereiten will, der kann an einigen Stellen der Insel angeln und mit seinem Fang die abendliche Küche bereichern. Natur und Wassersport beherrschen den Alltag der Menschen auf Tioman. Wer sich ein abwechslungsreiches Nachtleben wünscht, der sollte sich eine andere Insel aussuchen, denn allein in den Strandbars kann man die „Happy Our“ beim Cocktail oder beim Bier aus eisgekühlten Gläsern genießen. Allerdings sollte man sich mit dem Alkohol zurück halten, weil dieser nicht dem Lebensstil der muslimischen Bevölkerung Malaysias entspricht. Wer an einem der blütenweißen Sandstrände unter dem Dach einer Palme sitzt und auf das Feuer der Abendstunde wartet, der wird fasziniert sein vom Charme dieser Insel. Sie ist tatsächlich eine der schönsten der Welt.

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